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"Achtung Satire!" Als nicht rechtschutzversicherter Unruhestifter sollte man diesen - juristisch gesehen ohnehin nicht relevanten - Satz tunlichst nicht vergessen. Was passiert, wenn man, ganz im Gegenteil, auch trotz offensichtlichem Blödsinn noch darauf beharrt, es ernst zu meinen, kann man am Gästebuch der Bürgerliga für Konrad Adenauer e.V. schmerzlich nachlesen. Als jener Verein am (politischen) Aschermittwoch 2002 an den Start ging, war die Resonanz wie zu erwarten erst einmal verhalten. Aber egal, wir haben Zeit.
Schließlich tauchten in diversen Foren Links von Leuten auf, welche die Einrichtung offensichtlich ernst genommen hatten. Wohl niemand kam auf die Idee, Programmpunkte wie "Die Bewaffnung der Bundeswehr mit Kernsprengsätzen" etwa auf die entsprechende Debatte der 50er Jahre zu beziehen oder Forderungen wie schlicht die "Abschaffung der Arbeitslosigkeit" oder auch die "Umbenennung aller Willy-Brandt-Plätze/Straßen in Konrad-Adenauer-Straßen und Plätze" als das zu verstehen, was sie sind.
Mit steigender Besucherzahl füllte sich auch das Gästebuch und schwoll regelrecht zu einem Quell der Heiterkeit an. Zugegeben, wir zensieren die Gästebücher, aber nur, um rechte Parolen nicht der Öffentlichkeit zuzumuten. Auch Personen, die andere per Gästebuch vor dem Fake warnen wollten, konnten wir natürlich auch nicht dulden. Wo bleibt denn da der Spaß?
Spaß, wie wir ihn mit "redfox" hatten. Der schrieb einen langen Artikel und drohte "wenn sie meinen text löschen, dann habe ich wieder den beweis, daß sie intolerant sind und außerdem keine kritik vertragen können oder wollen." Was lag da näher, als das meiste zu kürzen? Weitere Drohungen folgten, darunter auch die der Anzeige wegen Computersabotage, falls wir weiterhin seine Anmerkungen zu verändern wagen sollten - was wir natürlich taten. Bis es uns schließlich zu bunt wurde. Den Originaltext seiner vorletzten Botschaft:
"ich habe festgestellt, daß eure einträge ins gästebuch nicht mehr so oft erfolgen.[…] tja, es passiert so, wie ich es vorrausgesagt hatte. ihr werdet vergessen werden und ihr und eure hp wird für immer und ewig im nirwana des www verschwinden..."
konnten wir so nicht stehen lassen und änderten ihn geringfügig um:
"ich möchte mich für meine dummen, kindischen einträge der letzten zeit entschuldigen. ich habe erkannt, wie recht sie mit allem haben. machen sie weiter so, in mir haben sie einen eifrigen unterstützer und guten freund gefunden!"
Davon war redfox indes gar nicht erbaut:
"IHR SPINNT DOCH!!! das habe ich niemals geschrieben!!! das ist betrug!!! pah! ihr werdet mich niemals überzeugen"
Also keine Hoffnung mehr, wir gaben es auf. Ähnlich verfuhren wir mit "Stefan", der unser Gästebuch mit seinen Weisheiten belästigte. Nach unserer kleinen Korrektur ereiferte er sich:
"Das ist ja wohl echt die Höhe. Entweder der Verantwortliche löscht diesen Unsinn! der dort 'angeblich unter meinem Namen' veröffentlicht wurde, oder sie hören in den nächsten Tagen von meinem Anwalt. Denn das ist gröbste Verleumdung. Dies habe ich nie gesagt/geschrieben und es steht im vollen Gegensatz zu meiner persönlichen Meinung!"
Von seinem Anwalt haben wir leider bis heute nichts gehört. Kann "Stefan" vielleicht gar keinen Anwalt bezahlen? Hat uns die Regierung Schröder schon soweit herabgewirtschaftet, dass wir uns nicht einmal mehr Klagen gegen virtuelle Spinner-Vereine leisten können?
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