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Vom Leid der Meerschweinchenfreunde

[Hertha von Hartenfels]

Wer kennt [Externer Linkwww.dmsl.de]? Die Deutsche Meerschweinchenliste? Ein Besuch lohnt sich! Ich habe Sie besucht, ich: Hertha von Hartenfels, die einzige virtuelle Adlige aus Ostpreußen.

Dort gibt es einige Damen, die in der vermeintlichen Sprache der Meerschweinchen schreiben:

"Hallomuig Ihr Lieben,

ich bin's endlich mal wieder Euer Puuh. Ihr glaubt ja gar nicht was hier abgeht, die bauen den ganzen tag sowas komisches und machen krach, diese zweibeins sind echt schlimm… wird zeit dass die urlaub haben *aberdiesollenruhigschuftenfuerunseregurken* Jedenfalls muigen die dass das ein neuer kaefig fuer uns wird, nur da verlaufen der paul und ich uns drin, das isss ja ein riesenmonster *einbisselangsthab* - ich glaub dass ist ein Fall fuer die Terrorkampfschweingruppe.......... ich werd auch das gefuehl nicht los, als wuerden hier noch mehr so kleine staenkerer wie der paul einziehen?????? Habt ihr was gehoert???? bespitzelt doch mal bitte eure twolegs..... *kampfbereitsei*"

Und so muigt es unverdrossen weiter, bis alle Tassen aus dem Schrank sind.

Bei den Nagerfreunden geht zudem der Glaube um, dass sich die Meerschweinchen, die aufgrund genetischer Disposition und Perma-Betütelung frustrierter Hausfrauen und alleinstehender Damen sich nur eines kurzen Lebens erfreuen, nicht still in der Bio-Tonne verrotten, sondern über die Rain-Bow-Bridge gehen, kurz RBB genannt: „Some where over the rainbow“, wir Älteren kennen es, gesungen von Judy Garland, als sie noch nicht alles schluckte, was Kornfelder und Chemiefabriken hergaben.

Ich wurde Mitglied dieser wunderbaren Liste und las diese eMail:

"Für Mikah und Fuij und alle anderen die in letzter Zeit zur RBB gewandert sind:
Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Lebens.
Hallo Gaby,
man kann leider nicht sagen geteiltes Leid ist halbes Leid. Unsere Geschichten ähneln sich sehr. Ich wusste auch wenn da Wasser im Bauch ist besteht nur noch wenig bis keine Hoffnung mehr … Sie starb eng an mich gekuschelt.
Ich hatte mir Kissen und Decke in mein Gehege gelegt, Mikah auf ein Kissen neben mich. So habe ich sie dann in den Tod gestreichelt …"

Wie nennt man Petting, das zum Tode führt? Die Dame erzählt nun munter weiter über alle Todesfälle der letzten Jahre, um dann zum eigentlichen Knaller zu kommen:

"Sie hat mir zweimal herrliche Babies geschenkt und war immer eine Übermama. Ich werde sie sehr vermissen."

Und da reden Politiker noch von der MÖGLICHKEIT des Klonens, während mitten in Deutschland eine Frau mit einem Meerschweinchen Babies hat.
Es ging weiter:

"Hallo zusammen,

Du sagst Pricilla köttelt kaum, ich würde ihr mal einen ml Paraffinöl geben. Wenn Du beim TA warst, die Aufgasung behoben ist und es nur mit der Verdauung nicht klappt, würde ich es machen. Ich hatte bei Floh gute Erfolge damit und bei Nils auch. Vor Jahren mal bei Elisa und auch bei Ötti. Nach meinen Kenntnissen ist Paraffinöl ja nur ein Gleitmittel …"

Aha, da versucht es jemand ohne klonen!

"…Viel wichtiger finde ich, das die verstorbenen Tiere in uns weiterleben…"

Oh, sagte ich mir und schrieb nun auch eine eMail in die Liste:

"Liebe jungen Freunde,
ich hätte nicht gedacht, wieviel Trauer und Leid ich durch das Lesen der Meerschweinchen-Liste erfahren muss. Der Tod ist bei der kurzen Lebensdauer dieser Tiere allgegenwärtig und Krankheit sicherlich auch. Wäre es nicht besser, so denke ich als Christin, wenn man die Tierchen in einer natürlichen Umgebung wohnen ließe, mit genügend Auslauf anstatt in Wohnung und beengenden Käfigen?  'Viel wichtiger finde ich, das die verstorbenen Tiere in uns weiterleben,…' schrieb die liebe Petra - wie recht sie hat! Eine hervorragende Idee dazu ist, die Meeris zu grillen (dies als Tipp nach München), wie es in Südamerika üblich ist! Sie schmecken hervorragend! Als junge Frau lebte ich 2 Jahre in Argentinien.
Herzlich Eure
Hertha von Hartenfels"

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