Das soll Kunst sein!
sorgt sich:
Müssen diese Hundebabys sterben?
Ist es politischer Protest oder nur ein Akt perverser Tierquälerei? Neun süße kleine Welpen mit unschuldigen großen Hundekinderaugen sollen sterben, wenn es nach dem Willen des Berliner "Aktionskünstlers" Christian Mathëi geht. Der will mit dem grausamen Tiermord gegen die U.S.-Regierung protestieren.
Ganz Deutschland diskutiert: Darf ein irrer Aktivist so etwas tun? Mathëi ist sich sicher: Er darf. Schließlich geht es ihm um ein höheres Ziel: "Die Völkermordpolitik der U.S.A. konsequent zu brandmarken", wie er sagt. "George Bush ist schließlich einer der ganz großen Verbrecher dieses Jahrhunderts. Schlimmer noch als Adolf Hitler! Denn Hitler hat die Juden wenigstens im Geheimen ermordet, Bush aber ermordet die Iraker und andere Völker in aller Öffentlichkeit!" Um das dieser Öffentlichkeit auch begreifbar zu machen, will Mathëi in seinem Projekt "Visual 9.11" die neun kleinen Welpen mit 11 Schrotgewehren regelrecht hinrichten.
"Neun und Elf sind magische Zahlen!", verkündet Mathëi und spielt damit auf die Anschläge des 11. September ("9/11") an, die Bush persönlich angeordnet habe. "Aber das wird ja von den gleichgeschalteten Medien völlig ignoriert!" Das Blut der Hundebabys will Mathëi in Coca-Cola-Flaschen abfüllen und daraus ein übergroßes Hakenkreuz vor dem Brandenburger Tor bauen, "um die Kontinuität zwischen dem 3. Reich und den U.S.A. aufzuzeigen", wie es auf Mathëis Homepage heißt.
Tierschützer laufen Sturm gegen das Vorhaben. Heidrun Zimpel vom Tierschutzverein
"Pro Anima" zeigt sich entrüstet und entschlossen: "Diese Aktion werden wir mit
allen Mitteln verhindern!" Tierquälerei dürfe kein Mittel politischer Agitation sein. Auch die Berliner
Staatsanwaltschaft zeigt sich auf Anfrage von
alles andere als begeistert von dem Vorhaben des "Künstlers". Sollte Mathëi seine Aktion wirklich in die Tat
umsetzen, könne man sich vorstellen, eventuell gegen ihn wegen Tierquälerei zu ermitteln, so ein
Pressesprecher. Immerhin ist Mathëi in Bayern bereits polizeibekannt. Dort konnte er nur in
letzter Sekunde gehindert werden, eine Kuhherde mit Mähdrescher zu überfahren - um gegen den
Davoser Weltwirtschaftsgipfel "ein Fanal" zu setzen.
Mathëi zeigt sich von solchen "faschistischen Drohungen" unbeeindruckt. Der Staat habe schon einmal die Freiheit der Kunst brutal unterdrückt. "Aber wenn ich der Welt jetzt nicht die Augen öffne, wer soll es dann machen?"



