Die letzten Tage der Teletubbies
(TWILIGHT OF THE TELETUBBIES)
Die Dämmerung wiederholte die Worte in einem nicht endenden Gewisper rings um uns her, einem Flüstern, das drohend anzuschwellen schien wie das erste Flüstern eines heraufziehenden Sturms.Das Grauen! Das Grauen...
(1) Nacht.
Langsam dämmert der finstere Horizont in giftigem Gelb; durch dunkle Schwaden von Industrieabgasen, Kondensstreifen düster grollender Flugzeuge und Wissensnebeln kämpft sich die Babysonne empor, das Gesicht von Neurodermitis zerschunden, die Augen blutunterlaufen. Die schwarzen Silhouetten niedrig fliegender Hubschrauber knattern tosend vorbei.
Weiberstimme: Hinter den Hügeln und keinem bekannt -
Hier liegt das Teletubby-Land.
Dumpfer Glockenschlag.
(2) Weite Ebene bis zum Teletubby-Wohnberg.
Einige Baumgerippe, verdorrtes, staubiges Gras, mit Müll und erschossenen Kaninchen übersät, verwelkte Plastikblumen. Bleidämpfe und Ölpfützen. In der Luft liegt ständig das Grollen der Flugzeuge und das Geknatter der Hubschrauber, die unaufhörlich im Tiefflug über den Himmel fegen. Auf dem Teletubby-Wohnberg, einem von Kriegsschrott umgebenen, quadratischen Betonbunker mit Stacheldrahtverhauen, sitzt Dipsy, seinen Zylinder verbeult auf dem Kopf, dazu eine randlose Brille, deren eines Glas angeknackst ist, im Mundwinkel eine feuchte Zigarre, ein Schrotgewehr auf den Knien, neben sich eine halbleere Flasche Whiskey.
Dipsy: Welch Licht leuchtet dort? Dämmert der Tag schon auf?
Die Babysonne kreischt vergnügt.
Banger Tag! Bebst du schon auf!
Dämmerst du dort durch das Dunkel her?
Sturmwind von rechts.
Die Babysonne gluckst. Dipsy springt auf, nimmt das Gewehr in Anschlag und späht
umher.
Welcher Glanz glitzert dort an?
Näher schimmert ein heller Schein;
es rennt wie ein leuchtendes Ross,
bricht durch den Wald brausend daher -
Naht schon des Wurmes Würger?
Ist's schon, der Dipsy fällt?
Der Sturmwind legt sich wieder; eine graubraune Wolke schiebt sich über die Babysonne, die entrückt vor sich hin mümmelt.
Das Licht erlischt -
Der Glanz barg sich dem Blick:
Nacht ist's wieder.
Er setzt sich und trinkt. Dumpfer Glockenschlag.
[weiter »]
[zurück zur Einführung] - [Herunterladen] des gesamten Textes als gezipptes PDF (33 KB)


